Vor 300 Jahren starb der Barockbaumeister Franz Beer von Bleichten und wurde in Bezau begraben. Das Gedenkjahr 2026 nimmt dies zum Anlass, seine Geschichte aus verschiedenen Perspektiven neu zu betrachten.
Franz Beer zählt zu den bedeutendsten Baumeistern des süddeutschen Barock. Doch sein Leben erzählt nicht nur von Architektur, Klöstern und Kirchenbauten. Es eröffnet auch einen Blick auf ein Phänomen, das den Bregenzerwald über Jahrhunderte geprägt hat: Arbeitsmigration.
Wie gelangten Menschen, Ideen und handwerkliches Wissen über große Entfernungen hinweg von einer Baustelle zur nächsten? Welche Rolle spielten Familiennetzwerke, persönliche Beziehungen und die Mobilität der Handwerker? Und wie entstanden durch diese Wanderbewegungen neue Formen des Wissens und der Baukultur?
Der Historiker Dr. Meinrad Pichler beleuchtet in seinem Vortrag die Emigration im Alpenraum des 18. Jahrhunderts und ordnet die Wanderbewegungen des Bregenzerwaldes in größere gesellschaftliche Zusammenhänge ein. Ein anschließendes Impulsreferat von Peter Fink schlägt den Bogen zu Franz Beer von Bleichten. In einem moderierten Expert:innengespräch mit Elisabeth Wicke, Peter Fink und Meinrad Pichler werden die Themen Arbeitsmigration, Wissenstransfer und gesellschaftliche Strukturen weiter vertieft.
Die Veranstaltung versteht Franz Beer dabei nicht nur als herausragenden Baumeister, sondern als Beispiel für die Netzwerke, Bewegungen und Austauschprozesse, die den Barock im Alpenraum prägten.
Samstag 13. Juni, im Museum Bezau
19:00 Uhr Vortrag Dr. Meinrad Pichler
20:00 Uhr Impulsreferat Peter Fink
20:15 Uhr Expert:innengespräch mit Elisabeth Wicke
Eintritt frei!